Gerangel um einen Namen – Kartäuser oder nicht?
In den vergangenen Jahren ist teilweise große Verwirrung darüber entstanden, welche Rassen als Kartäuser bezeichnet werden dürfen. Das wichtigste Merkmal der Kartäuser-Katze ist das blaue Fell.
Die Chartreux
Die Chartreux gab es ursprünglich nur in einer geringen Anzahl. In den 1950er Jahren entstanden Probleme durch Inzucht, weshalb Einkreuzungen mit der Britisch Kurzhaar, kurz BKH, vorgenommen wurden. So veränderte sich die Chartreux, auch durch eine spätere Einkreuzung mit der Perserkatze. Lediglich das blaue Fell und die Farbe der Augen erinnerten noch an die ursprüngliche Chartreux.
Von einer Minderheit wurde jedoch dennoch die ursprüngliche Chartreux weitergezüchtet. In den 1970er Jahren wurde sie als eigenständige Rasse anerkannt. Seitdem dürfen nur noch reinrassige Chartreux als Kartäuser bezeichnet werden.
Die Britisch Kurzhaar
Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten sich die BHK und die Chartreux durch die häufige Kreuzung optisch sehr angenähert. Deshalb wurden beide Rassen vom Zuchtverband FIFe Anfang der 1970er Jahre unter dem Namen Kartäuser zusammengefasst, die blaue Fellfarbe vorausgesetzt. Diese Entscheidung wurde jedoch 1977 wieder aufgehoben, da sich die Chartreux-Züchter dagegen auflehnten.
Heutzutage unterscheiden sich die Chartreux und die BHK deutlich in ihrem Äußeren. Dennoch hat sich die falsche Bezeichnung der BHK als Kartäuser in einigen Zuchtvereinen bis heute gehalten.